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Ihre Leistungsfähigkeit stellt die Feuerwehr Moosburg beim Löschen von Bränden oder Retten von Menschen während des ganzen Jahres und zu jeder Tages- und Nachtzeit unter Beweis. Das sie aber auch in sportlicher Hinsicht eine Menge zu bieten hat, war neben dem diesjährigen Stadtlauf auch letzte Woche bei der Quelle Challenge Roth, einem Triathlonwettkampf über die Ironman-Distanz, zu sehen.
Am Sonntag, 13.07.08 fand im fränkischen Roth bei Nürnberg einer der weltweit bekanntesten Triathlonwettkämpfe statt. Im Rahmen dieser Sportveranstaltung fand zusätzlich die fünfte Weltmeisterschaft der Feuerwehrmänner über die Triathlon-Langdistanz statt. Das heißt in Zahlen: eine Strecke von 3,8km schwimmen, 180km Radfahren und zum Schluss noch einen Marathon mit 42,195km laufen. In diesem Jahr war auch die Feuerwehr Moosburg mit am Start und konnte sich durch Michael Kilian nach 11h:11min:50sec einen Platz im Mittelfeld des international besetzten Starterfeldes sichern.
Hier eine kleine Zusammenfassung von ihm für die Daheimgebliebenen:
Während die meisten meiner Moosburger Feuerwehrkollegen am vergangenen Samstag Nachmittag mitten in den Aufbauarbeiten für das jährlich Sommerfest steckten, war ich 160km weiter nördlich entfernt mit ganz anderen Vorbereitungen beschäftigt: zusammen mit ca. 2.500 Einzelstartern aus 50 Nationen war ich beim Einchecken der Sportausrüstung für einen großen und langen Wettkampftag. Das Fahrrad und der Radhelm müssen von den Wettkampfrichtern begutachtet und anschließend in den zugewiesenen Stellplatz in der Wechselzone platziert werden sowie ein Kleiderbeutel mit dem Utensilien für dem abschließenden Marathonlauf bei den Veranstaltungshelfern abgegeben werden. Der große Tag rückt immer näher und das Wettkampffieber steigt bei allen!
Dann endlich Sonntag früher Morgen: leider Dauerregen und eine angekündigte Besserung erst gegen Nachmittag – keine optimalen Bedingungen, besonders für das Radfahren mit den schmalen Rennradreifen! Die letzten Ausrüstungsgegenstände werden noch am Rad befestigen und der Kleiderbeutel für den Wechsel nach dem Schwimmen an den entsprechenden Wechselstelle griffbereit abgelegt. Um Punkt sieben Uhr wurde dann das Rennen für meine Startwelle (die dritte von insgesamt 12 Startwellen) auf die Strecke geschickt und ich kraulte mit ca. 350 anderen gelben Badekappenträgern auf der 3,8km langen und für den Schiffsverkehr abgesperrten Wettkampfstrecke im Main-Donau-Kanal um die Wette. Bereits nach wenigen hundert Metern fand ich eine günstige Schwimmposition und konnte einen ruhigen und gleichmäßigen Rhythmus schwimmen. Allerdings ist das Kurshalten bei dem etwas trüben Wasser keine leichte Aufgabe und so werde ich wohl den einen oder anderen Extrameter geschwommen sein. Der Schwimmausstieg war dann aber nach ca. einer Stunde und zehn Minuten erreicht und trotz des regnerischen und kalten Wetters (Lufttemperatur ca. 16 °C, Wassertemperatur 20,5 °C) wurde alle Teilnehmer von wahren Zuschauermassen laut stark begrüßt und angefeuert.
Nun hieß es schnell den Neoprenanzug ausziehen und rein in die Radfahrklamotten. Aufgrund des noch immer anhaltenden Regens und der kühlen Außentemperaturen entschied ich mich zusätzlich ein Langarmtrikot und eine Windjacke anzuziehen. Dies kostete zwar etwas mehr Zeit beim Wechsel (die Zeit wird erst angehalten, wenn der Teilnehmer die Ziellinie überquert), allerdings sollte sich das Bekleidungs-Sandwich als richtige Taktik erweisen. Denn, wie später zu erfahren war haben einige Teilnehmer das Rennen auf der Radstrecke wegen Unterkühlung vorzeitig abgebrochen.
Der 90km lange Rundkurs zwischen Hilpoltstein und Greding musste zweimal durchfahren werden, wobei besonders der Kalvarienberg in Greding mit seinem steilen Anstieg die Oberschenkel sehr belastet. Auf der gesamten Radstrecke war es ein ständiges überholen und überholt werden, wobei aber niemals im Windschatten des Vordermannes gefahren werden durfte. Wird der vorgeschriebene zehn Meter Abstand unterschritten, erfolgt eine acht minütigen Zeitstrafe von den Wettkampfrichtern. Durch die rot unterlegten Startnummern waren die Teilnehmer der Feuerwehr-Weltmeisterschaft sehr leicht vom restlichen Starterfeld zu unterscheiden und so kam es auf der Radstrecke beim Überholen (oder überholt werden) zum einen oder anderen kurzen feuerwehr-internen Gespräch: „welche Feuerwehr“, „wie war’s bisher“, „ok – bis später“.
Die letzten 40km auf der Radstrecke waren allerdings sehr anstrengend, denn die Rückenmuskulatur im Bereich der Lendenwirbel verspannte sich mittlerweile und ich konnte nicht mehr die ganze Zeit in der nach vorne gebeugten Zeitfahrposition radeln sondern musste mich oftmals halb aufrecht auf das Rad setzen, um den Rücken zu entlasten. Durch den damit höheren Luftwiderstand fährt man damit aber leider automatisch langsamer. Zum Glück hatte ich aber während der gesamten Strecke keine Reifenpanne, so dass ich nach 5h:56min:22sec in der zweiten Wechselzone mit wackeligen Beinen vom Rad absteigen und im zweiten Wechselzelt in meine Laufschuhe schlüpfen konnte.
Mittlerweile hatte auch der Regen aufgehört und vereinzelte Sonnenstrahlen blickten durch die Wolkendecke. Die ersten Lauf-Kilometer verliefen recht flüssig und versprachen ein zügiges Vorankommen. Die Streckenposten der örtlichen Feuerwehren hatten aufmunternde Worte oder ein anerkennendes Lächeln für alle Teilnehmer der Feuerwehr-WM. Richtig anstrengend wurde es danach allerdings bei Laufkilometer 14: Ein kleiner Anstieg bei der Schleuse in Leerstetten ließ die Beine immer schwerer werden, so dass ich das Tempo etwas drosseln musste. Auf der langen Geraden entlang des Main-Donau-Kanals versuchte ich, wieder in einen Kräfte sparenden Laufrhythmus zu kommen, aber das ist leichter gesagt als getan! Die folgenden Kilometer im Mittelteil des Marathons zogen sich lang und zäh wie Kaugummi. Die Motivation reichte immer genau für ein zwei Kilometer-Intervall – das ist nämlich die Entfernung zwischen zwei Verpflegungsstationen, um neue Energie für die nächsten zwei Kilometer aufzunehmen. Und wie sollte es an diesem unvergesslich Tag auch anders sein: es fängt wieder an zu regnen.
Dann kam Lauf-km33: ab hier ist die Entfernung der verbleibenden Laufstrecke nur noch einstellig und das gab einen riesigen Motivationsschub. Die Laufschritte wurden nun wieder leichtfüßig und kraftvoll, der Lauf über die Ziellinie rückte in greifbare Nähe. Endlich kamen die ersten Häuser von Roth in Sicht und wenig später sah ich den Zielkanal mit dem blauen Teppich vor mir. Der Zieleinlauf nach einer reinen Laufzeit von 3h:54min:02sek war ein überwältigend Gefühl, aber auch eine Erleichterung, dass der anstrengende Tag nun (fast) zu Ende ist. Jetzt nur noch duschen, eine Entspannungsmassage genießen, ausgiebig im Versorgungszelt essen, mit den anderen Finishern feiern – und sich auf den Muskelkater am nächsten Tag „freuen“.
Danke sagen möchte ich an dieser Stelle zwei meiner Feuerwehrkollegen: Christian Braun für die technischen Wartung und Einstellung meines Fahrrades vor dem Wettkampf („das Rad ging wie geschmiert!“) und Florian Lohmeir, der trotz des anstrengenden Sommerfestes und Dauerregen mich am Kalvarienberg in Greding, nach der Wechselzone II in Roth und im Zieleinlauf angefeuert hat.
Rückblickend war es, trotz des vielen Regens ein wunderschöner Tag und obwohl das Rennen sehr anstrengend war, habe ich mich am nächsten Tag bei der Siegerehrung ohne zu zögern wieder für die Quelle Challenge Roth und die Weltmeisterschaft 2009 angemeldet.
12. Juli 2009 – See you at the finish line
(Text und Bilder: Michael Kilian)
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